Mandy – polnisches Kaltblut

tierschutz pferde holistic animal resort 12 | Holistic Animal Resort e.V. Ehringshausen

Stute, Geb.: 07.04.2012

Mandys Geschichte zeigt uns, wie sehr Pferde in der Lage sind, zu verzeihen und sich und ihrem Umfeld einen Neuanfang zu schenken. Ab dem Zeitpunkt, ab dem sie sich fair behandelt fühlte, wuchs das Vertrauen.

Wir lernen für uns daraus, dass es nie zu spät ist, etwas in der Partnerschaft mit seinem Pferd zu ändern.

Egal ob 3-, 9-, 19- oder 24-jährig, es lohnt sich immer, etwas anders, besser zu machen oder sich und sein Tun zu hinterfragen. Wir ermutigen euch, das nachzumachen und das Verhalten eures Pferde jederzeit mit dem Herzen zu hinterfragen und auf eure Pferde zu hören. Sie sprechen eine sehr klare Sprache. Man muss nur zuhören.

Unsere schwere Schönheit kam am 30.05.2019 zu uns. Ein Tag, den ihre Vorbesitzerin Elke mit einem lachenden und einem weinenden Auge erlebt hat. Aber lasst uns zunächst Mandys ganze Geschichte erzählen. Elke hat sie zusammen mit uns noch einmal aufgeschrieben:

Elke hat Mandy 4 – jährig als geritten und gefahren mit einem polnischen Pass von einem Händler gekauft. Direkt nach der Ankunft in ihrem neuen Zuhause zeigte sie schnell Verhaltensauffälligkeiten und der Verdacht lag nah, dass Mandy vorher sediert gewesen sein könnte.

Richtig schlimm wurde es, wenn sie angebunden war. Sobald sich ein Fremder näherte fing sie panisch an, mit den Zähnen zu klappern.

Sobald man nach den Backenstücken ihres Halfters griff, reagierte sie mit Steigen.

Dieses Trauma schien zu groß zu sein und der TA tippte auf Misshandlungen. Der Verdacht auf Kieferbruch und Nasenbeinbruch kam auf, als auch Narben im Maul zu erkennen waren. Die Ursache für die Narben im Maul könnte das Reiten mit Stacheldraht gewesen sein.

Man kann sich ungefähr ausmalen, was die junge Stute bis dahin mitgemacht haben muss. Es dauerte bis sie zu ihrer Besitzerin Vertrauen aufbaute. Bis der Tierarzt, die Physiotherapeutin und der Schmied ungefährdet arbeiten konnten, vergingen beinahe noch einmal 2 Jahre.

Trotz ihrer offenbar schlimmen Vorerfahrungen, bemühte sich Mandy sehr zu gefallen.

Bei der Bodenarbeit machte Mandy nach einigen Monaten große Fortschritte. Im bekannten Umfeld war sie am Boden sogar sicher in allen drei Gangarten. Außerhalb war es anders. Sie wurde unsicher und emotional, was sich in Weglaufen äußerte.

Da Mandy besonders im Straßenverkehr sehr viel Angst hatte, ersparte Elke ihr das Anspannen. Allerdings konnte sie eine andere neue Aufgabe sicher und mit Bravour erledigen: Auf dem Feld neben dem Hof konnte sie die Egge sicher ziehen. Auch das Reiten in der sicheren Halle entsprach Mandys Komfortzone und sie war motiviert bei Sache.

Elke wurde bewusst, dass sie die Partnerschaft mit Mandy eine große Herausforderung bedeutet.

So entschied sie, gerade auch im Hinblick auf ihre gesundheitliche Situation, Mandy in den Tierschutz zu geben. Durch unseren Partnerverein KoMeT e.V. wurde der Kontakt zu unserem Verein hergestellt.

Am wichtigsten war es für Elke, Mandy persönlich zu bringen.

Am 30.05.2019 sollte es soweit sein. Sie nahm sich ein paar Tage frei, um Mandy bei der Integration zu begleiten. Sie saß stundenlang an der Koppel und beobachtete die Herde. Nach unzähligen Gesprächen mit unserer Bine, konnte sich Elke von ihrer Stute verabschieden. Allerdings hat sie ihr Pferd bis heute nicht vergessen und unterstützt sie nach wie vor als Futterpatin.

Heute geht es Mandy sehr gut. Sie fühlt sich unter ihren anderen Kaltblutfreunden im Verein wohl. Mit unserem Brownie, „Punkte“-Maya und Pummelelfe Vicky hat sie eine großkalibrige, aber gemütliche Bande gegründet. Gemeinsam genießen sie es, einfach Pferd sein zu dürfen.

Liebe Elke, wir versprechen dir, dass Mandy bei uns immer ein besonderes Plätzchen haben wird und wir ganz gut auf sie aufpassen.


Patenschaftsanfrage