Jule – …wenn man am wenigstens mit einem Kälbchen rechnet

Als Bine Kreil am 29.12.2020, wie gewohnt, auf ihrer Abendfütterungsrunde unterwegs war, traute sie ihren Augen nicht: Im Gebüsch lag ein Kälbchen!

“Wo kommst du denn her?!”

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Geplant war das ja nicht und natürlich hat sich Mutterkuh Madita von ihrem heimlichen Liebesabenteuer auch nichts anmerken lassen. So war das kleine Nachweihnachtswunder mit dem verminderten Saugreflex nun auf einmal da und musste bei den eisigen Temperaturen auch gleich um sein Leben bibbern. Also schnell, ab in die Tierklinik.

Nach ein paar Stunden ging es schon wieder nach Hause, ins warme, vorübergehende Quartier, dem Badezimmer der Familie Kreil. Dort konnte die kleine Maus aufgepäppelt werden.

Schon am nächsten Tag konnte der erste Versuch gestartet werden, Mami Madita einzufangen.

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Nur war Madita für diese Idee, gemeinsam mit Menschen und ihrem Kälbchen in einem Pferdeanhänger vereinigt zu werden, leider so gar nicht zu haben. Da der Tierarzt am Blasrohr sehr geübt ist, traf bereits der erste Betäubungspfeil Maditas zartes Hinterteil. Leider ließ sie sich davon so gar nicht beeinträchtigen und man entschied sich für eine zweite Dosis. Doch auch die und die dritte Dosis war machtlos gegen Maditas “überschäumendes” Adrenalin. Es handelte sich mittlerweile eigentlich schon um eine Dosis, bei der schon ein “normales” Rind gemütlich wegschlummern sollte… Nicht so Madita!

Erfolglose Versuche von anderen haben uns ja schon öfter gelehrt, was danach kommen muss:

Holistic kuh jule liegt bad | Holistic Animal Resort e.V. Ehringshausen

…unser Vereinscowgirl Bine Kreil mit dem Lasso.

Mit einem “gekonnten” Zufallstreffer fing sie die Mutterkuh ein. Unter bewundernden und erstaunten Blicken der männlichen Helfer brach eine Art hessisches Rodeo los. Madita – die eigentlich bereits gemütlich im Strohbettchen kuscheln sollte – beschleunigte auf Fjällkuh-End-Geschwindigkeit und zog Bine Kreil auf den Fersen, bockend über die Niederlempschen Wiesen.

Wer Bine kennt, weiß um ihr Lieblingsschuh-Design: Crocs…

“Kann mir mal bitte einer helfen?!” rüttelte die staunenden Herren jäh wach und Sven Schulze rannte barfuß los, um Bine vom Tauziehen mit der erbosten Fjällkuh zu erlösen. Madita ergab sich nun ihrem Schicksal – sie konnte ja nicht ahnen, dass alles einem guten Zweck diente. Nun durften die Betäubungspfeile doch noch ihre Wirkung entfalten und Madita gab sich dem Schlaf der Gerechten hin.

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Die nächsten Stunden verbrachte sie schlafend, im stroheingestreuten Pferdeanhänger.

Zum Wachwerden gab es für Frau Kuhmama eine tolle Überraschung! Klein-Julchen wurde gebracht. Sie nahm das 23kg leichte Mäuschen muhbrummelnd und freudig entgegen. Ganz sanft begann sie, das Kälbchen überall abzuschlecken und man spürte, wie viel Liebe in der Luft war. Nun folgte der große Moment und die Kleine begann zum ersten Mal aus Mamis Milchbar zu trinken.

Der verminderte Saugreflex war ganz vergessen.

Maditas Euter war so prall gefüllt, dass Jule die gute Muttermilch fast von allein ins Mäulchen sprudelte. Vorsichtshalber verbrachte Jule noch ein paar Bonusnächte im warmen Badezimmer und die Tage bei Mami im Stall. Da sich ihr Gesundheitszustand schnell stabilisierte, konnte sie nach ein paar Tagen mit Mami Madita schon zurück zur Herde.

Liebe Claudia Eret, wir freuen uns sehr, dass du so einen schönen Namen für die kleine Jule ausgesucht und eine Patenschaft für sie übernommen hast. Vielen lieben Dank!

Weitere Paten für Julchen sind natürlich jederzeit herzlich willkommen!

2 Gedanken zu „Jule – …wenn man am wenigstens mit einem Kälbchen rechnet“

  1. Ich freue mich, das ich das Kälbchen unterstützen darf, bis jetzt nur in finanzieller Hinsicht, aber ich werde sie besuchen, versprochen. Schließlich bin ich ja jetzt Paten”tante” und das verpflichtet. Und immer, wenn ich etwas zusätzlich an Euronen erübrigen kann, soll das Julchen davon profitieren!!! Euer Verein macht einfach klasse Arbeit und das muß gefördert werden.

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