Indio – unser lieber Opi

indio | Holistic Animal Resort e.V. Ehringshausen

Warmblut Lettland, Wallach

„Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren von Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir Abschied nehmen.“

Wir trauern um unseren Opa Indio. Am 10.02.2021 mussten wir ihn erlösen und über die Regenbogenbrücke galoppieren lassen.

Indio hatte allen Lebenswillen verloren und konnte nicht mehr aufstehen. Trotz eisiger Kälte haben wir über Stunden alles versucht, um ihm auf die Beine zu helfen. Wir haben ihn mit Zwiebelschichten von Decken warmgehalten, Mash gekocht und seinen Kreislauf unterstützt. Leider hat er uns deutlich spüren lassen, dass er bereit ist, Abschied zu nehmen.

Gemeinsam mit einer Tierärztin haben wir ihn im Beisein seiner großen Liebe Cherokee in Würde gehen lassen. Cherokee war gemeinsam mit uns an seiner Seite und stand ihm bis zu seinem letzten Atemzug bei.

Tierschutz ist leider oft mit emotionalen Momenten verbunden.

Wie anders könnte es sein?! Die vielen Geschichten gehen einem so ans Herz und lassen die wenigsten Menschen kalt.

Indios Geschichte steht stellvertretend für so viele Sport- und Freizeitpferde. Er wurde als Turnierallrounder angeschafft. Ein prestigeträchtiges Sportgerät, das jahrelang emotionslos von Turnier zu Turnier gekarrt und dort vorgeführt wurde. Malträtiert mit den Sporen, weil er zu wenig Gehwillen aufbringen konnte.

Die Spuren der Misshandlung…

…durch die Sporen trug er, als geschwülstige Narben, bis zu seinem Ende mit sich herum. Wenn er nicht auf den Turnierplätzen der Republik misshandelt wurde, stand er im dunklen Boxenknast. Grüne Wiesen, fröhliches Spielen und liebevolle Interaktionen mit Artgenossen kannte Indio bis zu seiner Ausmusterunng nicht.

Als er irgendwann genug ertragen und beschlossen hatte, dass er genug gelitten hat, setzte er sich zur Wehr.

Bisse und Tritte gegen seine Peiniger waren nun seine Antworten.

Das konnte man natürlich nicht akzeptieren und so wurde entschieden, dass er gehen muss. Indio hatte das Glück, einer der Mitgründerinnen des Vereins in die Hände zu fallen. Fortan war sein Leiden beendet und eine Weile später durfte er in die Herde des Vereins ziehen. Dort lernte er Cherokee kennen. An ihrer Seite und durch die liebevolle Unterstützung unserer 2. Vereinsvorsitzenden Susanne Göttlicher, fand er den Weg in ein lebenswertes Rentnerdasein. Susanne ließ sich nicht davon abbringen, den grummeligen Opi zu Betüddeln, ihn zu Kuscheln und ihn auf ausgedehnte Spaziergänge mitzunehmen.

Nach einer Weile wurde Indio den Menschen gegenüber zusehens aufgeschlossener und konnte den Vereinskindern noch ein wenig dabei helfen, die Welt der Pferde besser zu verstehen.

Indio hat bei den Vereinskindern noch ganz viel Liebe bekommen.

Wir hoffen, dass sie die Botschaft dieser Geschichte nun nehmen und anderen Pferden ein besseres, partnerschaftliches Dasein in unserer Menschenwelt ermöglichen.

Indio war durchaus bis zuletzt noch mit ordentlich Pfeffer im Allerwertesten gesegnet! Als die Herde erst kürzlich mehrfach ausbrach, bretterte er gemeinsam mit allen anderen Ausbrüchigen im vollen Galopp über die Niederlempschen Wiesen.

Ein bisschen Fahrtwind um die Nase und die Freiheit im Schlepptau?

Dazu sagt man auch mit fast 30 nicht Nein! Natürlich wurde die Herde wohlbehalten zurück auf die Heimatwiese bugsiert.

Wir danken Indio für sein großes Herz, dass er in den letzten Jahren seines Lebens noch einmal so weit für uns geöffnet hat.

„Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren von Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir Abschied nehmen.“

Mach’s gut und auf Wiedersehen, du lieber Schatz!


2 Gedanken zu „Indio – unser lieber Opi“

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