Pajitis Patin Anne und ihre rührende Horsemanship Story

Landrandmaedchen Foto | Holistic Animal Resort e.V. Ehringshausen

Uns hat eine wunderbare Geschichte unserer neuen Patin Anne erreicht, die uns darin schildert, warum sie sich einem Verein, wie uns, so verbunden fühlt. Eine Geschichte, die uns sehr berührt, weil sie stellvertretend für so viele Erlebnisse unserer Mitglieder und Paten steht und sie uns fast täglich begegnet. Vielen Dank, dass wir sie teilen dürfen, liebe Anne (https://www.instagram.com/landrandmaedchen/).

„Ich hatte mein ganzes Reiterleben lang Begegnungen mit schwierigen Pferden, die abgegeben wurden, weil die Besitzer überfordert waren. Begonnen hat das bereits in der ersten Reitschule, wo die Schulpferde aber natürlich schon so weit erzogen waren, dass sie nicht mehr gefährlich waren. Meine erste Begegnung mit wirklich gefährlichen Pferden hatte ich auf dem Lindenhof (ich hatte Unterricht bei den Vorbesitzern bevor sie auf den Lindenhof gezogen sind und war dann ab und zu in den Ferien dort). Zwei Criollos, die aus Südamerika importiert wurden, die Stute bekam Panik wenn sie Männer sah, der Wallach schlug und schnappte um sich sobald ein Mensch in Sichtweite war. Damals war ich 12.

Mit 16 bekam ich dann eine Reitbeteiligung, ein großer Warmblutwallach, er galt als böse. Ich hatte in dem Stall einige Jahre schon Reit- und Horsemanshipunterricht bekommen und kannte ihn. Und ich hatte wirklich Angst vor ihm. Man wusste, macht man seine Boxentür auf kommt einem wahrscheinlich erstmal ein Hinterhuf entgegen. Damals war ich der Meinung so ein Pferd würde ich niemals reiten können.

Die längste Reitbeteiligung hatte es 2 Wochen mit ihm ausgehalten, dann kam ein junger Mann, erfolgreicher Turnierreiter in unserer Region. Wir dachten, der muss das jetzt aber hinbekommen. Aber er stürzte so schlimm, dass er vom Arzt Reitverbot bekam. Ich weiß bis heute nicht, warum meine Reitlehrerin dann beschlossen hatte, dass er bei uns im Unterricht mitlaufen sollte um die Besitzerin zu entlasten. Wahrscheinlich aus der Not, weil wir dringend ein weiteres Schulpferd brauchten.

Dann stand sie eines Tages vor mir und meinte, sie hat mich der Besitzerin als Reitbeteiligung empfohlen, weil ich die einzige sei, die er nicht in den Sand gesetzt hatte. Und dann begannen 3 wundervolle Jahre. Er hat mich auf Herz und Nieren geprüft. Ich stand oft weinend auf dem Reitplatz weil er stieg und bockte anstatt sich longieren zu lassen. Aber ich habe nie aufgegeben und nach etwa einem Jahr waren wir ein unzertrennliches Team. Er wieherte mir entgegen sobald er mich sah, kam aus der hintersten Ecke der Weide angaloppiert, wenn ich das Tor öffnete, wir bekamen seine Angst vor Schafen und Radfahrern in den Griff. Und er gab mir jedes Mal das Gefühl, auf seinem Rücken ist der sicherste Ort der Welt.

Er war mein größter Lehrmeister. Hat mir mehr beigebracht, als alle meine Reitlehrer zusammen. Vorallem, wie wichtig es ist respektvoll und freundlich mit dem Partner Pferd umzugehen. Ein “Nein” vom Pferd zu akzeptieren und nach dem Grund dafür zu suchen. Wie wichtig es ist, zusammen Spaß zu haben. Und nicht zuletzt auch, wie wichtig es ist, Pferde so zu halten, dass sie ihren Bedürfnissen nachkommen können. Er war kein böses Pferd. Er hatte nur den Mut, darauf aufmerksam zu machen, dass es ihm nicht gut ging. Und wenn er sich falsch behandelt fühlte, hat er es beendet anstatt es zu dulden. Und ganz nebenbei hat er mir damit Boden unter den Füssen gegeben, hat mich aus einer schweren Depression rausgeholt. Weshalb ich oft sage, er hat mir mein Leben gerettet.

Er ist “Schuld” an meinem Beschluss, dass ich genau diesen Pferden helfen möchte. Daran, dass ich Landwirtschaft studiert habe, meine Masterthesis über Pferde verfasst habe und die letzten 14 Jahre damit verbracht habe immer mehr über Pferde zu lernen. Und mein Pony tritt in seine Hufspuren und bringt mich weiter. Er kam überraschend in mein Leben, alles was ich nie wollte, aber so sehr gebraucht habe und mein größter Wunsch war. Deswegen hat er den Namen Amani bekommen, das arabische Wort für Wunsch.

Ich stehe mit ihm auf einem Hof, auf dem viele Pferde ihre Geschichte haben, wir helfen ihnen ihr Päckchen Stück für Stück loszuwerden und in ein besseres Leben zu starten. Dafür ist es nie zu spät und es ist so wunderbar zu sehen, wie die Pferde aufblühen, neuen Lebenswillen bekommen und sich dem Menschen gegenüber wieder offen zeigen. Es gibt auf dieser Welt viel zu viele Pferde die missverstanden werden, auf deren Bedürfnisse nicht eingegangen wird und denen man helfen sollte. Deswegen finde ich es großartig, was ihr leistet! Das verdient Unterstützung. Jeder einzelne von uns kann nicht allen helfen, aber gemeinsam können wir vielen Pferden helfen, den Weg in ein besseres Leben zu finden.

Jetzt ist die Mail doch ganz schön lang geworden, aber ich denke jetzt habt ihr ein Bild von der Person hinter der Patenschaft, die ich gerne für Pajiti übernehmen möchte. Pony hat es auch verdient, aber bei ihm war dieser Funke, der mein Herz sofort berührt hat, ohne seine Geschichte zu kennen.“

Habt ihr auch solche Geschichten, wie Anne auf Lager? Teilt sie mit uns!

Ein Gedanke zu „Pajitis Patin Anne und ihre rührende Horsemanship Story“

  1. Pingback: Pajiti - Ungarisches Warmblut | Holistic Animal Resort e.V. Ehringshausen

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